Foto veröffentlicht von 'Pink Dispatcher' (flickr) unter einer CC-Lizenz.

Deutschland ist führend auf dem Gebiet der Solarindurstrie und hat damit Japan überholt. Noch ist Solarstrom teuer und kann nur durch Subventionen konkurrieren. Eine Studie der Photon Consulting kommt allerdings zu dem Schluss, dass große Photovoltaikkonzerne bereits im Jahre 2010 in der Lage sein werden, in sonnenreichen Regionen in Japan oder Kalifornien Solarstrom für 11 cent pro Kilowattstunde herzustellen. In Süddeutschland solle es dann auch möglich sein, Strom für etwa 15 cent/kwH zu produzieren. Damit würden sie konkrurrenzfähig zu billigen Braunkohlekraftwerken, womit sich für die Solarindustrie ein gigantischer Markt öffnen würde. (Nichtsdestotrotz plant die Bundesregierung den weiteren Bau von Kohle- und Braunkohlekraftwerken, die nicht nur die billigsten, sondern auch die unsaubersten Stromproduzenten sind).

Im Zentrum der Studie mit dem Titel „The True Cost of Solar Power: 10 Cents/kWh by 2010“, die Anfang April in München vorgestellt wurde, stehen kristalline Solarzellen.

Es gibt allerdings schon neue Ansätze für die Solarstromproduktion: Anstatt mit Silizium wird mit Farb- und Kunststoffen Licht zu Strom umgewandelt. Der Herstellungsvorgang gleicht dem Zeitungsdruck: Eine Tinte aus Halbleiterpartikeln wird auf Folie aufgetragen. Wenn Licht auf diese dünne Schicht trifft, geben die Halbleiterpartikel sehr schnell Elektronen ab und erzeugen damit Strom. Diese neue Technik basiert auf der Nanotechnologie und neben Halbleitern können auch organische Zellen (Kunststoffteilchen oder Farbstoffmoleküle) zur Energiegewinnung eingesetzt werden.

Der Vorteil gegenüber Siliziumgeneratoren liegt also in der einfachen Produktionstechnik. Der große Nachteil der neuen Technik liegt in der Kurzlebigkeit der Folien: Während Siliziumgeneratoren über 20 Jahre einsatzfähig bleiben, sind diese neuartigen Solarzellen bereits nach wenigen Jahren unbrauchbar. Die Forscher arbeiten weiter an der Widerstandsfähigkeit der Folien und sind zuversichtlich, dass der Schlüssel der Zukunft der Solarzellen in der Nanotechnologie liegt.

Die dünnen Folien könnten vor allem im mobilen Elektronikbereich von Interesse sein. Ganz allgemein wird die Solartechnik auch für Kleinverbraucher immer interessanter, je mehr sich erneuerbare und fossile Energien wirtschaftlich annähern. Wenn sie auch momentan keine praktische Alternative darstellen, könnten doch in naher Zukunft Versuchsprojekte von photovoltaikbetriebenen Handys, Kühlschränken, Autos usw. in die Massenproduktion gehen.

Ein sehr angenehmer Vorteil von durch Solarzellen betriebenen Geräten ergibt sich durch ihre Unabhängigkeit von lokalen Stromnetzen.

Der weiteren Entwicklung in diesem Sektor können wir mit großer Spannung entegegenfiebern!

Ähnliche Beiträge

  • Nanosolar – gedruckte Solarzellen
  • Regenerative Energien
  • Wasserkraft ohne Staudamm
  • Energierevolution durch Minikraftwerke?
  • Männer, die in Pfützen hüpfen