Riverdance: Das Original kehrt zum fünften Mal zurück nach Deutschland
Am Horizont geht warm und strahlend die irische Sonne auf. Tänzer beschwören in einheitlicher Perfektion ihre Energie und Kraft – begleitet von typisch irischer Folklore. So startet das überarbeitet Programm von Riverdance in seine mittlerweile fünfte Deutschlandtournee. Das, was als siebenminütiger Pausenfüller beim Grand Prix d’ Eurovision in Dublin 1994 begann, hat sich zu einem irischen Tanzspektakel entwickelt, das mittlerweile mehr als 20 Millionen Zuschauer in seinen Bann gerissen hat. Bei der Premiere im Berliner Tempodrom erzählen die 30 Tänzer aus aller Welt die bewegende Geschichte der Iren: Von den keltischen Urvölkern, den Naturgewalten, über die irische Auswanderungswelle bis hin zum Aufeinanderprallen der Kulturen über den Atlantik hinweg. Mit dem synchronen Klackern ihrer Schuhsohlen reißen die Wundertänzer ihr Publikum in ihren Bann und vermitteln eindrucksvoll den Charakter ihres Landes. Mal melancholisch traurig – begleitet von Flötenmusik –, dann wieder lebensfroh dynamisch. Die Szenen werden immer wieder von beruhigenden Mystikgesang unterbrochen: Pausen, die Augen und Ohren entspannen, um dann wieder fasziniert die Auftritte des Ensembles mit allen Sinnen zu genießen. „Viel habe man am neuen Programm nicht verändert, lediglich Akzente gesetzt“ verrät Produzent Julien Erskine. Riverdance-Zuschauer kommen immer wieder und wollen keine großen Experimente.
Besonders beeindruckend der Auftritt der Flamenco-Schönheit umringt von irischen Tänzern. Vom Licht erotisch angestrahlt, ist diese Szene der Inbegriff der Verschmelzung scheinbar völlig unterschiedlicher Kulturen. Was so verschieden erscheint, hat jedoch ähnliche Wurzeln. „Sowohl der Irische Steptanz als auch der Flamenco sind keltischen Ursprungs“, erklärt Erskine. „Unsere Kultur ist von Gegensätzen und Veränderungen geprägt und genau das haben wir hoffentlich heute unserem Publikum vermittelt.“ Auch der Auftritt der Amerikanischen Tänzer zeigt den gelungenen Spagat zwischen Tradition und dem Öffnen für neue Kulturen. Zunächst misstrauisch begutachten die irischen Einwanderer nach ihrer Ankunft den draufgängerischen Tanzstil der Amerikaner. Doch die anfängliche Rivalität schlägt dann irgendwann in einem gemeinsamen Steppen um, um dann schließlich in einem tänzerischem Feuerwerk zu enden. Der Traum von Regisseurs John McColgan auch über die irischen Grenzen hinweg das Publikum zu begeistern und in Gedanken auf die grüne Insel zu entführen, erfüllt sich auch 12 Jahre nach dem ersten Klackern der Wundertänzer von Riverdance.
photo published by salimfadhley (flickr) under a creative commons licence.
Discussion
No comments for “Donnerhall der fliegenden Füße”
Post a comment
Ähnliche Artikel