Wo steht bald Europas größter Binnenwindpark? In Deutschland? In Dänemark? Falsch! In Rumänien. Deutschland beherbergt zwar zahlenmäßig noch die meisten Windräder weltweit. Richtig große Windparks entstehen allerdings anderswo. Spanien treibt den Bau von Windparks stark voran, auch die USA, China und Indien sind dabei sehr aktiv.
Wie konnte es Deutschland bisher schaffen, das Feld solch ambitionierter Großinvestitionen noch zu überbieten? Die Antwort liegt nicht in Großprojekten, sondern an der sogenannten Graswurzel. Durch sein “Regenerative Energien-Gesetz” hat es Deutschland geschafft, dass der Bau von Windrädern und Solaranlagen für den einzelnen Bürger rentabel wurde. Lokale Stromlieferanten müssen einen festgelegten Preis zahlen, die von regenerativen Energieanlagen ins Stromnetz eingespeist wird.
Die Lobbyisten der Stromkonzerne haben allerdings mittlerweile erreicht, dass die Preise, die sie für eingespeiste “grüne” Energie zahlen müssen, in verschiedenen Schritten deutlich sinken. Die Amortisierungszeit für eine Solar- oder Windkraftanlage steigt damit deutlich, respektive sinkt auch ihre Attraktivität.
In Bezug auf die weltweite Führung auf dem Gebiet der regenerativen Energien stellt sich nun die Frage, warum das “Regenerative Energien-Gesetz” auf tönerne Füße gestellt wurde. Mit den großen privaten Investitionen gingen auch viele Innovationen einher. Man wagte sogar, die Ökotechnologie in der Zukunft als lang ersehnten und wichtigen Ersatz für die Automobilindustrie zu sehen.
Wenn ein Marathonläufer um Längen führt, warum sollte er sich dann fragen, wie er es seinen Konkurrenten gleichtun könnte, die ja wesentlich langsamer sind?
Deutschland hat dies getan und droht bei der “grünen Energie” in das Feld der Mittelmäßigkeit zurückzufallen.
Große Konzerne haben erfahrungsgemäß gute Lobbyisten. Auch die Bürger bräuchten Leute, die ihre Interessen ähnlich stark vertreten. Lobbyvertreter in Berlin, die für die Interessen der Menschen einstehen, was für eine Vision – nun ja, einen Bundestag gibt es ja immerhin schon.
Post a comment |
Ähnliche Artikel |
Ich finde auch, dass wir Bürger unseren Repräsentanten ein paar Lobbyisten zur Verfügung stellen sollten, um ein Gegengewicht zu so manchem Bürger-feindlichen Lobbyismus aufzubauen.
Wie wäre es mit einer Website, auf der Pro-Bürger-Lobbyisten ihre Ziele vorstellen und geneigte Bürger diese durch Spenden unterstützen können bzw. Bürger ihre Ziele posten und sich daraufhin Lobbyisten melden können?
(Lobbyist kann hier jeder sein, der tatkräftig politischen Einfluss nimmt bzw. professionell beratend tätig wird, wie Vereine, etc.)
Auch lassen sich dann Kräfte bündeln. Es gibt viele Vereine etc., die im Prinzip auf das gleiche Ziel zusteuern, aber sich allein durchkämpfen wollen. Keiner kommt großartig voran und zum Schluss ist jeder erschöpft. Die Vereine (o.ä.) könnten eine Koalition bilden, was es leichter macht Lobbyisten zu beschäftigen.
Eigentlich sollte die “Lobbyarbeit für die Bürger” von den gewählten Volksvertretern erledigt werden. In einer repräsentativen Demokratie ist das Parlament die Stimme der Bürger – im Idealfall.
Natürlich sind einige Interessen, die durch “Firmenlobbyisten” durchgedrückt werden sollen, oft auch bürgerfreundlich. Bezogen auf das Zusammenstutzen des “Neue Energien Gesetzes” könnte es dem Bürger Kosteneinsparungen bringen, wenn er nicht indirekt die “grüne Energie” mitsubventioniert. Leider ist es jedoch sehr zweifelhaft, dass die Stromkonzerne ihre Einsparungen an die Kunden weitergeben.
Eine Website für Aktivismus ist sicherlich eine interessante Idee! Vor allem wenn sie zur Vernetzung von Vereinen beiträgt, die ihre Energien bündeln und von gegenseitigen Synergien profitieren könnten!
Gibt es eine solche Plattform nicht schon? Im großen und ganzen bündeln doch die jeweiligen Verbände die Informationen und Aktivitäten, oder?