Markus Beckedahl vom Weblog netzpolitik.org trifft mal wieder den Nagel auf den Kopf! Entgegen den kürzlichen Änderungen im Rundfunkstaatsvertrag, welche die Internetangebote der öffentlich-rechtlichen Sender auf ein konkurrenzloses Minimum reduzieren sollen, formuliert Markus einige Kernwünsche für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Netz:
“Freie Lizenzen für freie Inhalte! Ich möchte möglichst viele Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen unter Creative Commons Lizenzen veröffentlicht sehen, im Optimalfall auch Remix-fähig.
Offene Formate für freie Inhalte! Die Real-Player Technologie ist zum Glück weitgehend auf dem technologischen Friedhof, aber Flash wird gerne genutzt. Dabei muss ich aktiv auf die Mediatheken surfen, um mir Inhalte anzuschauen, wenn diese denn überhaupt online stehen. Die wenigsten Inhalte werden als Podcast veröffentlicht, sind herunterladbar und das auch noch in einem offenen Format. Das sollte man ändern, so dass man besser Orts- und Zeitunabhängig die Programme hören und sehen kann. Wieso soll ich mir viele Inhalte nicht im Zug oder im Park ohne Internetverbindung anschauen dürfen? Und warum kann ich nicht mehr Inhalte in meinem Blog einbinden?
Öffnet die Archive! In der Regel werden Inhalte nur sieben Tage online zur Verfügung gestellt. Wie die Zahl “7″ zustande kam, weiß ich nicht mehr. Die Verleger-Lobby hat sie mal in die Welt gesetzt, um klar das Öffentlich-Rechtliche Angebot zu beschränken. Das ist aber nicht im Interesse der Zuschauer und Zuhörer. Warum sollte man nicht noch nach sieben Tage einen Video-Clip oder eine Radiosendung hören dürfen? Also kippt die 7-Tage Regelung und öffnet die Archive. Unser mitfinanziertes kulturelles Erbe sollte öffentlich zugänglich sein !
Der Sendebezug muss weg! Es gibt einen Sendungsbezug: Ins Netz sollen nur Sachen kommen, die über Radio und Fernsehen gesendet wurden. Das führt zu der absurden Situation, dass z.B. ein Korrespondent aus dem Iran nicht weitere Informationen, wie Video-Clips, einfach online stellen darf, die nicht zuvor im Fernsehen gesendet wurden.”
Wie schön und einfach könnte der Informationsfluss im Netz sein, wenn wir UNSERE Medien (Öffentlich-Rechtliche) nutzen könnten, wie WIR es gerne hätten. Wie oft sieht man eine interessante Dokumentation oder eine spannende Reportage auf einem der öffentlich-rechtlichen Programme und möchte sie gerne mit anderen Menschen teilen bzw. öffentlich, sprich im Internet, auf bestimmte Aspekte hinweisen? Wäre das nicht ein großer Zuwachs an Qualität im Netz?
Beteiligt Euch bitte auch bei seiner Aktion bezüglich der Stellungnahmen zum Dreistufentest.
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