Der Mensch ist darauf konditioniert, zu leben. Zieht man alle zivilisatorischen Errungenschaften ab, so bleibt der Überlebenswille zurück. In unserer eigenen sowie der menschlichen Entwicklung als Ganzes haben wir neue Stufen erreicht. Triebe sind Wünschen und schließlich Idealen gewichen. Nach dem Überlebenstrieb kommt der Fortpflanzungstrieb, danach das Verlangen nach ausreichend Nahrung, einem Platz zum Schlafen und sozialem Gefüge. Dem folgten der Wunsch nach Anerkennung, eine befriedigende Arbeit und ein erfülltes, glückliches Leben. Die Ansprüche steigen, die Art, abstrakte Wünsche und Vorstellungen zu befriedigen finden immer neue Kanäle.
Letztendlich sind alle menschlichen Wünsche und Vorstellungen auf die Grundlagen der menschlichen “Bios”, also des Stammhirns, zurückzuführen. Das im Laufe der Evolution im Menschen gewachsene Großhirn ermöglicht es uns, mit Vernunft zu reflektieren und über einige ursprüngliche Automatismen nachzudenken.
Das Verlangen nach neuen medizinischen Methoden, Nanotechnologie oder auch transhumane Philosophie haben alle den ursprünglichsten menschlichen Wunsch zu Grunde, zu überleben. Die Zeit zu überdauern. Im Prinzip kann man alle Anstrengungen, ob vom menschlichen Individuum oder dem Kollektiv der Menschheit ausgehend, auf diesen simplen Punkt reduzieren.
Warum also sollten wir gegen dieses legitime Verlangen anarbeiten? Warum sollten wir Neuro-Enhancer verbieten, gewisse medizinische Verfahren als unethisch abtun, während wir andere, die letztendlich denselben Zweck verfolgen, loben?
Selbstverständlich sind unsere zivilisatorischen Werte und Menschenrechte ein Mindeststandard, der überall in der Welt gelten sollte. Hieran besteht kein Zweifel. Allerdings ist es die Angst vor Wissenschaft und Veränderungen, die uns so viele Möglichkeiten nehmen, die wir als menschliches Kollektiv durchaus nutzen könnten
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