LOHAS ist die Abkürzung für „Lifestyles of Health and Sustainability“ – gesunde und nachhaltige Lebensstile. Es spiegelt den Trend und auch die Sehnsucht vieler Menschen nach bewußterer Lebensführung, Entschleunigung, Selbsterkenntnis und vor allem Nachhaltigkeit in allen Bereichen wieder. Der Begriff an sich bezieht sich allerdings nicht nur auf die dieser Art der Lebensführung zugrunde liegende Philosophie, sondern erfasst in erster Linie das Konsumverhalten bzw. die Konsumentengruppe, die ihre Lebensführung an gesunden und nachhaltigen Idealen orientiert. Dies sind häufig hochpreisige Produkte, was gleichzeitig Ansatzpunkt für Kritik ist: Passt dieser Konsum entsprechend teurer Artikel und ehrliche Nachhaltigkeit zusammen?
Kritiker sehen in LOHAS nur das neue, zeitgeisttypische Image für den übersteigerten Konsum in unserer Gesellschaft. Diese These ist vielleicht nicht ganz von der Hand zu weisen. Man soll sich bei übersteigertem Konsum wieder gut fühlen dürfen, soll es wieder genießen können, kräftig einzukaufen. Schluss mit den Unkenrufen überhöhten Ressourcenverbrauchs! Die Welt verbessern durchs shoppen – nachhaltig versteht sich. Gesund ist es auch und irgendwie hip.
Doch eine solche Sichtweise tut dem LOHAS-Gedanken Unrecht. Selbst wenn gesundem und nachhaltigem Lebensstil momentan ein gewisser Hype innewohnt – es gibt immer Strömungen in der Gesellschaft, die modern oder angesagt sind. Wir sollten froh sein, dass es sich in diesem Falle um etwas durchaus Positives handelt, etwas, das es zu unterstützen gilt. Es zeigt uns, dass sich wesentliche Gedanken der Umweltbewegung der frühen 80er Jahre nicht nur politisch in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Sie beeinflussen nun auch den Konsum in deutlich messbarer Weise.
Es mag sein, dass nachhaltige Grundwerte im Rahmen von massentauglichen Produkten und Veranstaltungen etwas verwaschen werden. Ich meine, worum geht es denn im Konkreten? Ist es nicht mit dem Nachhaltigkeitsgedanken vereinbar, wenn jemand in einem supermarktgleichen Reformhaus einkauft, wo die Produkte hoffnungslos überteuert sind? Oder wenn jemand in die USA reist, um an einem Massen-Yoga-Workshop teilzunehmen, getrieben von der inneren Sinnsuche? Ist es nicht zumindest der richtige Weg, der hier eingeschlagen wird? Wir sollten erleichtert sein, dass dieser Weg mittlerweile von so vielen gegangen wird.






3 Anmerkungen vom Qualitätsmanagement
Chris says:
Jun 1, 2011
Ich finde den Weg gut und richtig; auch wenn ich selber nur Teilzeit-Lohaser bin. Das es Luxus ist, diesen Weg überhaupt einschlagen zu können, ist wohl klar; tut der Sache aber keinen Abbruch.
…hab die Doku nur ‘überspult’, schau ich mir später noch mal in Ruhe an.
Hubert says:
Jun 29, 2011
Hmm, gesund und nachhaltig ist vor allem eins: die Naturerfahrung. Auch gesund im Sinne von: Gemeinschaft finden, Kontakte knüpfen, Konversationen führen, das eigene Leben kulturell bereichern und das Gefühl eines Prozesses zu durchlaufen. Oder was meint ihr?
Monika says:
Aug 18, 2011
Ich bin auch der Meinung, dass nachhaltige und gesunde Produkte nach wie vor ein Luxusprodukt sind. Die meisten Biosachen sind einfach überteuert und deshalb gar nicht für jeden erschwinglich. Wenn Bio und Nachhaltigkeit eine Chance haben sollen, muss sich das definitiv ändern! Zum Glück gibt es aber gerade eine Menge innovativer Ideen, wie man auch mit wenig Aufwand und geringen Mitteln gute Produkte herstellen und günstig auf dem Markt anbieten kann. Nicht alles was gut ist, muss auch teuer sein! ;=)