Die Energiewende hat viele Gesichter. Einerseits geht es um die Reduzierung des Energieverbrauchs, andererseits um die Abkehr von bestimmten Technologien wie Kernkraft oder Verbrennungsmotoren. Schenkt man aktuellen Prognosen Glauben, dürften mit Verbrennungsmotoren angetriebene Kraftfahrzeuge auch noch Jahrzehnte nach dem Atomausstieg ein nicht ungewöhnliches Bild auf unseren Straßen sein.

Dies liegt wohl in erster Linie daran, dass heutzutage noch keine wirklichen massentauglichen Alternativen bereitstehen. Das Problem liegt jedoch nicht etwa bei der Antriebstechnik – wasserstoffgetriebene Verbrennungsmotoren oder Elektroantriebe, die ihre Energie aus Batterien gewinnen, gibt es bereits seit Jahrzehnten. Das schwache Glied in der Kette der mobilen Zukunft ist die Energiespeichertechnik. Um Wasserstoff zu erhalten, also um, vereinfacht erklärt, Sauerstoffteilchen aus einem Tropfen Wasser zu spalten, benötigt man mehr Energie, als hinterher in der jeweiligen Menge Wasserstoff enthalten ist. Mit den heutigen Batterien klappt es auch noch nicht so recht: An der Brennstoffzelle wird bereits seit Jahrzehnten geforscht, doch etwas für die Massenproduktion wirklich brauchbares ist bisher noch nicht dabei herausgekommen.

Am vielversprechendsten erscheinen momentan Lithium-Ionnen-Akkus – im Prinzip sind es dieselben Akkus, die in gängigen Handys oder Laptops verbaut werden, nur eben mit der Kraft, ein ganzes Auto über eine gewisse Distanz fortbewegen zu können. Im Prinzip kein Problem, doch möchte man besagtes Auto weiter als 200km mit einer Akkuladung bewegen, wird’s schon schwierig. Auch die modernsten Batterien sind für attraktive Angebote im Automobilbereich noch zu schwer und viel zu teuer. Ganz abgesehen von ihrer relativ geringen Haltbarkeit. In diesem Bereich muss und wird sich auch in den nächsten Jahren einiges tun.

Was aber machen wir in der Zwischenzeit? Brückentechnologie heißt das Zauberwort, also eine Technologie, die uns in die absolute Nachhaltigkeit hinüberrettet, und dabei nicht all die negativen Begleiterscheinungen unserer aktuellen Technologien mit sich bringt. Wie könnte also eine solche Brückentechnologie im Automobilsektor aussehen – eine Technologie, die uns zu Elektroautos mit hohen Reichweiten führt, die ausschließlich mit grünem Strom betankt werden?

Hybridfahrzeuge, also Autos, die sowohl über einen Elektro- als auch über einen Verbrennungsmotor verfügen, wären ein Beispiel. Die Reichweite des reinen Elektroantriebs könnte dann nach heutigem Technikstand 80km betragen, also weit mehr als die im Durchschnitt pro Tag in der Stadt zurückgelegte Distanz. Bei höheren Geschwindigkeiten oder größeren Entfernungen schaltet sich dann ein Verbrennungsmotor zu, der gleichzeitig die Batterie wieder auflädt. Sehr sinnvoll erscheint es, wenn man ein solches Hybridfahrzeug nach einigen Kilometern Stadtverkehr wieder an der heimischen Steckdose aufladen kann. Der Fachbegriff hierfür ist Plug-In-Hybrid, von englisch Plug (Steckdose). Den Plänen der Hersteller ist die Tendenz zu entnehmen, eher kleinere Fahrzeuge als Plug-In-Hybride zu produzieren und bei größeren Fahrzeugen auf ein konstantes Zusammenspiel von Elektro- und Verbrennungsmotor zu setzen. Dies senkt zwar den Spritverbrauch, man kommt allerdings nie ganz ohne fossilen Kraftstoff aus.

Unabhängig vom Technologiestand: Die effektivste und umweltfreundlichste Brückentechnologie ist in diesem Zusammenhang sicherlich nachhaltiges Denken, also die Bereitschaft, Energie einzusparen oder auf kurzen Strecken einfach mal wieder zu Fuß zu gehen oder das Fahrrad zu benutzen.

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