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Wenn man an regenerative Energien denkt, dann hat man meistens auch ein Bild von Solarzellen vor Augen. Sie sind der Grundstein der Energiewende, die uns ohne wesentliche Einschnitte in unsere Lebensqualität in ein nachhaltiges Zeitalter befördern soll. Sauberer Strom kommt jedoch nicht nur aus der Steckdose, sondern muss vorher erzeugt werden. Große Solarkraftwerke oder Windparks gibt es zwar schon, doch scheint die Energierevolution auch mit einer sozialen Komponente gekoppelt zu sein: Erneuerbare Energie wird größtenteils dezentral erzeugt. Unterwegs im Auto sieht man statt großer Kraftwerke schon seit längerem hier und da ein paar Windkraftanlagen auf freiem Feld stehen, in Wohnsiedlungen haben sich einige Nachbarn Solaranlagen auf ihren Dächern installiert, manche Bauern betreiben kleine Biogasanlagen.

Dieser Trend könnte sich in Zukunft noch verstärken. Die amerikanische Firma Nanosolar wendet ein Verfahren an, in welchem sie Tinte mit bestimmten Nanopartikeln auf eine Oberfläche aufträgt. Diese Schicht wandelt Sonnenlicht direkt in Elektrizität um. Kurz gesagt: Sie druckt Solarzellen. Dieser Prozess ist nicht nur schneller, sondern auch günstiger als die herkömmlichen Methoden zur Herstellung von Photovoltaikelementen. Erst kürzlich wurde der Wirkungsgrad dieser “gedruckten Solarzellen” vom U.S. Department of Energy’s National Renewable Energy Laboratory (NREL) auf 17,1% beziffert. Das ist Durchschnitt bei modernen Solarzellen, wobei in aktuellen Forschungen wesentlich höhere Wirkungsgrade erzielt werden.

Der große Vorteil der Nanolar-Technik ist allerdings ihr Preis und ihre Flexibilität. Zwar werden die Solarzellen momentan auf Aluminiumplatten gedruckt, es können aber auch andere Oberflächen genutzt werden – beispielsweise Haus- oder Autodächer. Auch an Hauswänden oder sogar auf Bürgersteigen und Parkplätzen wären günstige gedruckte Solarzellen denkbar. Die Streitkräfte als Amerikas größter Energiekonsument investieren bereits in diese Technologie, indem sie Kasernen mit Solaranlagen ausrüsten. Die Anlage in der Camp Perry Ohio National Guard Base beispielsweise zählt 2756 Nanosolar-Platten mit einer maximalen Leistung von 538kw. Würde diese Anlage 24 Stunden lang auf maximaler Leistung laufen, könnte sie eine amerikanische Durchschnittsfamilie etwa ein Jahr lang mit Strom versorgen.

Nicht nur die Streitkräfte sind auf dezentralen Strom angewiesen. Auch Unternehmen oder private Haushalte können ihren eigenen Strom erzeugen und so mittelfristig Kosten sparen und gleichzeitig in eine sichere und unabhängige Zukunft investieren. Sollten Firmen wie Nanosolar ihre Ziele verwirklichen und Solarzellen produzieren, die auch ohne Subventionen rentabel sind, wird diese Änderung von ganz alleine ihren Lauf nehmen.

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