
Foto veröffentlicht von RenzGeffrey, CC-Lizenz.
Google ist die mit Abstand meist benutzte Suchmaschine auf der Welt. Dies verdankte sie zu Beginn ihrer minimalistischen Aufmachung und natürlich auch der Qualität ihrer Suchergebnisse. Um die Frage nach Googles Arbeitsweise bei der Bearbeitung von Suchanfragen und der Auflistung der jeweiligen Treffer hat sich mittlerweile eine ganze Industrie gebildet . SEO (search engine optimization), zu deutsch Suchmaschinenoptimierung, hat das Ziel, Internetseiten für Googles Suchanfragen so attraktiv zu machen, dass sie in der Auflistung der Suchergebnisse möglichst weit oben erscheinen. Dies bringt den Webseitenbetreibern Kunden, Leser, Werbeeinnahmen – was immer sie auch mit ihrer Internetpräsenz erreichen wollen.
Um Googles Reichweite noch weiter zu erhöhen, können die Googlebots (das sind Googles Webcrawler, die das Internet durchforsten) nun auch AJAX und JavaScript lesen. Diese Information dürfte für viele Leute recht unspektakulär, da unverständlich, sein. An Brisanz könnte sie vielleicht gewinnen, wenn man hinzufügt, dass “Facebook Comments” mit Ajax & JavaScript arbeitet – dementsprechend kann Google nun auch Kommentare aus Facebook “lesen” und auf seinen Suchergebnisseiten anzeigen. Einschränkend sei an dieser Stelle erwähnt, dass es hierbei nicht um die Kommentare geht, die man im “privaten Rahmen” auf dem Profil von Freunden hinterlässt. “Facebook Comments” ist ähnlich wie “Disqus” ein Dienst, der das Kommentieren auf Webseiten vereinfachen soll. Nutzern bietet es die Möglichkeit, einfach und schnell Kommentare zu hinterlassen, ohne sich bei jeder einzelnen Webseite u.U. einzeln registrieren zu müssen. Gleichzeitig können die Kommentare auch an Freunde weitergeleitet oder z.B. im Facebook-Profil angezeigt werden. Genau diese Möglichkeit macht es auch für Webseiten-Betreiber sehr interessant, diese Funktion einzubinden: Wenn viele Leute auf einen Beitrag aufmerksam werden, kann dies die Nutzerzahlen signifikant erhöhen. Scheint fast eine Win-Win-Situation zu sein?
Nicht ganz! Denn Facebook verlangt von seinen Nutzern, ihre echten Namen anzugeben. Kommentiert man also irgendwo im Internet über das zur Verfügung gestellte Facebook-Kommentarfeld wird natürlich auch der eigene Name veröffentlicht. Nicht nur auf Facebook, sondern auch auf der betreffenden Seite. Verbunden mit Googles “Neuerung” können nun solche Kommentare auf Webseiten bei Suchanfragen bei Google auftauchen. Ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung: Das Internetmagazin t3n nutzt beispielsweise ein Plugin, mit dem Nutzer per Facebook kommentieren können; oder Techcrunch bedient sich voll und ganz der Facebook-Kommentarfunktion.
Anscheinend ist auch die direkte Suche nach Personen bzw. Kommentaren, die über Facebook Comments veröffentlicht wurden, über Google möglich. Digital Inspiration, die ersten, die Googles Neuerung veröffentlichten, haben dazu einen kleinen Test gemacht: Der amerikanische Blogger Robert Scoble beispielsweise hat auf TechCrunch einen Kommentar per Facebook-Kommentarfeld hinterlassen.
Diesen Kommentar haben die Jungs von Digital Inspirations dann in Googles Suchfeld eingegeben und auch tatsächlich unter den Suchergebnissen angezeigt! Die Suchanfrage wurde folgendermaßen gestellt: “Name des Kommentators” * “Titel des Kommentators”, bezogen auf das genannte Beispiel also “Robert Scoble * Chief Learning Officer at Rackspace”. Es wurden übrigens auch alle anderen Kommentare angezeigt, die er unter diesem Namen bzw. Titel auf verschiedenen Webseiten hinterlassen hat.
“Dann sollen Webseitenbetreiber diese Funktion eben nicht mehr anbieten!” könnte der auf Datenschutz bedachte Nutzer nun denken. Das ist allerdings zu kurz gedacht. Webseitenbetreiber profitieren in zweierlei Hinsicht von Facebook-Comments: Einmal können Hinweise auf ihren Artikel auf den Facebook-Profilen der Kommentierenden angezeigt werden und steigern so die Reichweite der Webseite enorm. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein weiterer Nutzer den Kommentar seines Freundes aufgreift, ist ebenfalls wesentlich höher, als dass dieser extra auf die Webseite geht, um dort einen Kommentar im “herkömmlichen” Kommentarfeld zu hinterlassen. Außerdem trägt jeder dieser Kommentare zur Mehrung des Inhalts einer Webseite bei, was, vereinfacht gesagt, wiederum ein besseres Ranking bei Google zur Folge hat.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Tatsache, dass nun auch AJAX und JS-Inhalte wie Facebook Comments von Google durchsucht und als Suchergebnisse angezeigt werden, für Nutzer dieser Funktion hinsichtlich des Datenschutzes eher ungünstig ist. Gleichzeitig bietet es für Webseitenbetreiber die Möglichkeit, sowohl die Nutzerzahlen zu erhöhen wie auch mehr Inhalt auf der Webseite zu präsentieren.
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Google zeigt nun auch Facebook-Kommentare in Suchergebnissen an
by admin on Nov 3, 2011 • 19:16 Bisher noch keine AnmerkungenFoto veröffentlicht von RenzGeffrey, CC-Lizenz.
Google ist die mit Abstand meist benutzte Suchmaschine auf der Welt. Dies verdankte sie zu Beginn ihrer minimalistischen Aufmachung und natürlich auch der Qualität ihrer Suchergebnisse. Um die Frage nach Googles Arbeitsweise bei der Bearbeitung von Suchanfragen und der Auflistung der jeweiligen Treffer hat sich mittlerweile eine ganze Industrie gebildet . SEO (search engine optimization), zu deutsch Suchmaschinenoptimierung, hat das Ziel, Internetseiten für Googles Suchanfragen so attraktiv zu machen, dass sie in der Auflistung der Suchergebnisse möglichst weit oben erscheinen. Dies bringt den Webseitenbetreibern Kunden, Leser, Werbeeinnahmen – was immer sie auch mit ihrer Internetpräsenz erreichen wollen.
Um Googles Reichweite noch weiter zu erhöhen, können die Googlebots (das sind Googles Webcrawler, die das Internet durchforsten) nun auch AJAX und JavaScript lesen. Diese Information dürfte für viele Leute recht unspektakulär, da unverständlich, sein. An Brisanz könnte sie vielleicht gewinnen, wenn man hinzufügt, dass “Facebook Comments” mit Ajax & JavaScript arbeitet – dementsprechend kann Google nun auch Kommentare aus Facebook “lesen” und auf seinen Suchergebnisseiten anzeigen. Einschränkend sei an dieser Stelle erwähnt, dass es hierbei nicht um die Kommentare geht, die man im “privaten Rahmen” auf dem Profil von Freunden hinterlässt. “Facebook Comments” ist ähnlich wie “Disqus” ein Dienst, der das Kommentieren auf Webseiten vereinfachen soll. Nutzern bietet es die Möglichkeit, einfach und schnell Kommentare zu hinterlassen, ohne sich bei jeder einzelnen Webseite u.U. einzeln registrieren zu müssen. Gleichzeitig können die Kommentare auch an Freunde weitergeleitet oder z.B. im Facebook-Profil angezeigt werden. Genau diese Möglichkeit macht es auch für Webseiten-Betreiber sehr interessant, diese Funktion einzubinden: Wenn viele Leute auf einen Beitrag aufmerksam werden, kann dies die Nutzerzahlen signifikant erhöhen. Scheint fast eine Win-Win-Situation zu sein?
Nicht ganz! Denn Facebook verlangt von seinen Nutzern, ihre echten Namen anzugeben. Kommentiert man also irgendwo im Internet über das zur Verfügung gestellte Facebook-Kommentarfeld wird natürlich auch der eigene Name veröffentlicht. Nicht nur auf Facebook, sondern auch auf der betreffenden Seite. Verbunden mit Googles “Neuerung” können nun solche Kommentare auf Webseiten bei Suchanfragen bei Google auftauchen. Ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung: Das Internetmagazin t3n nutzt beispielsweise ein Plugin, mit dem Nutzer per Facebook kommentieren können; oder Techcrunch bedient sich voll und ganz der Facebook-Kommentarfunktion.
Anscheinend ist auch die direkte Suche nach Personen bzw. Kommentaren, die über Facebook Comments veröffentlicht wurden, über Google möglich. Digital Inspiration, die ersten, die Googles Neuerung veröffentlichten, haben dazu einen kleinen Test gemacht: Der amerikanische Blogger Robert Scoble beispielsweise hat auf TechCrunch einen Kommentar per Facebook-Kommentarfeld hinterlassen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Tatsache, dass nun auch AJAX und JS-Inhalte wie Facebook Comments von Google durchsucht und als Suchergebnisse angezeigt werden, für Nutzer dieser Funktion hinsichtlich des Datenschutzes eher ungünstig ist. Gleichzeitig bietet es für Webseitenbetreiber die Möglichkeit, sowohl die Nutzerzahlen zu erhöhen wie auch mehr Inhalt auf der Webseite zu präsentieren.
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